Duo Paratore über...

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Pianisten Egoismus | präzises Zusammenspielen | Gleichberechtigung | Duos und Duette |
Pianisten Egoismus

Das Klavier ist - mehr als jedes andere Instrument - ein ausgesprochenes Solo-Instrument. Geiger sind es gewöhnt, ja darauf angewiesen, mit anderen zusammenzuspielen, desgleichen Bläser, Percussionisten. Fast alle Instrumentalisten kennen seit Beginn ihrer Ausbildung das Kollektiv. Die Anpassung an andere Musikauffassungen sind sie gewöhnt. Nicht so der Pianist, der - selbst wenn er als Konzersolist auftritt - vor allem seiner inneren Stimme lauscht. Die Solo-Instinkte überwiegen die Ensemble-Fähigkeiten. Pianisten sind oft sehr egozentrisch, wenig anpassungsbereit. Eine besondere Schwierigkeit und Herausforderung bedeutet es deshalb, dieses Instrument in einer Duo-Formation zu spielen. Es hat uns gereizt, das Klischee vom Klavier als Einzelgängerinstrument zu durchbrechen.

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Präzises Zusammenspielen
Die meisten Leute denken, das Wichtigste und Schwierigste sei, akkurat zusammenzuspielen. Wir denken darüber gar nicht viel nach. Rhythmisch kongruent, technisch genau zu spielen, ist für uns eine Voraussetzung, eine Selbstverständlichkeit. Viel schwieriger ist es, mit einer bestimmten Phrasierung, einer individuellen Akzentuierung zu spielen und dies zu zweit so zu gestalten, dass man interpretatorisch an einem Strang zieht. Das Problem ist Flexibilität und Spontaneität - das ist die eigentliche Herausforderung für uns.

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Gleichberechtigung
Natürlich erarbeiten wir alle unsere Interpretationen gleichberechtigt. Es ist nicht so, dass einer bestimmt, und der andere folgt. Aber innerhalb der einzelnen Stücke gibt es immer wieder Momente wo mal der eine oder mal der andere führt, den Ton angibt, während der Partner eher begleitet und den Vorgaben des anderen folgt. Es gibt also auch so etwas wie eine Solo-Erfahrung innerhalb des Duo-Spiels.

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Duos und Duette
Wir benutzen diese Unterscheidung der unterschiedlichen Spielformen. Ein Duett, also das Spiel mit vier Händen an einem Klavier, ist etwas völlig anderes als das Duo, das Spiel an zwei Klavieren. Beide Formen haben Vor- und Nachteile, und wir könnten nicht definitiv sagen, welche Art das des Zusammenspiels wir bevorzugen. Spielt man an zwei Klavieren, so ist die Klangfülle viel größer, dadurch wird die Klangbalance oft sehr problematisch, besonders wenn auch noch das Lautstärke-Verhältnis zu einem Orchester austariert werden muss. Außerdem klingt jeder Flügel etwas anders, die unterschiedlichen Klangeigenschaften müssen zu einem idealen Gesamtklang gemischt werden. Unabhängiger, also freier, ist man in technischer Hinsicht. Es gibt keine Platzprobleme, jeder kann so spielen, wie es ihm gefällt. Sitzt man zusammen an einem Klavier ist das anders. Oft sind die unmöglichsten Fingersätze und fast akrobatische Verrenkungen nötig, um eine Passage zu realisieren. Ein Vorteil des Duetts ist allerdings die erleichterte Kommunikation. Wenn wir zusammen an einem Klavier sitzen, können wir uns durch Körpersprache, aber auch durch geflüsterte oder sogar gesprochene Worte verständigen, wenn einer eine Wiederholung wünscht, ruft er einfach leise "Wiederholung", ist die Hallenakustik zu trocken, raunt man sich unbemerkt "mehr Pedal" zu. Eine Entscheidung nur für Duos oder Duette wäre Unsinn - gerade der Wechsel unterschiedlicher Anforderungen und Möglichkeiten ist für uns reizvoll.

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